442 Millionen Euro. Was für ein Betrag. Und man stelle sich vor, was man damit alles machen könnte. Dicke Autos kaufen, Klamotten shoppen, unendlich viel Musik im Internet erwerben oder die Staatsschulden tilgen. Schließlich hätten wir über unsere Verhältnisse gelebt, hieß es erst kürzlich von Außenminister und Vizekanzler Guido Westerwelle. Aber da gibt es noch eine bessere Investitionsmöglichkeit. Wer nun an Bildung, Kinder oder Sozialleistungen denkt, der hat anscheinend nicht verstanden, was die wahren Werte sind. Viel wichtiger scheint es doch zu sein, die Kirche damit zu unterstützen. Damit die auch weiter ihr Personal bezahlen kann. Sie ist zwar eine Institution, deren Mitgliedschaft heute freiwillig ist und für die man auch nur zahlt, wenn man auch dabei ist, aber so hat nun jeder die Chance seinen Beitrag zum Projekt Kirche zu leisten. Eine Art unbewusste Absolution also für diejenigen, die Steuern, aber keine Kirchensteuer zahlen.
Außerdem, was macht das schon, schließlich, so Georg Ratzinger, Papstbruder und Regensburger, würden die Bischöfe dem allgemeinen Wohl dienen. Natürlich eine tolle Sache von den Bischöfen. Es wäre ja wirklich eine Unverschämtheit, wenn diejenigen, die keine Kirchensteuer zahlen, das ganz umsonst mitnehmen dürften.
Nur am Rande: War da nicht grade auch so eine Sache mir dem Wohl der zu beschützenden Schäfchen, das von manchen zu eng gesehen wurde und einem zurückgetretenen Bischof….
Warum die Kirche überhaupt mitfinanziert wird? Für Ratzinger eine ganz unverständliche Frage. Nachdem die Kirche vom Staat so schwer “geplündert” und ihr so “viel gestohlen” worden ist. Übrigens 1803. Man nennt das heute Säkularisation. Dieser schwere Verlust weltlicher Güter, scheint die Geistlichkeit noch heute sehr zu belasten. Man möchte sich kaum vorstellen, welche dramatischen Auswirkungen es haben könnte, wenn die Kirche sich plötzlich nur noch durch die eigenen Unterstützter finanzieren müsste. Kein Pomp und Prunk mehr für Bischöfe. Wo das nur alles hinführen soll? Fast könnte man Mitleid bekommen. Bei so viel Weltfremdheit.


